Studiengebühren

Ja, jetzt könnten sie auch in Bayern  bald Geschichte sein, die Studiengebühren. Das oberste Verwaltungsgericht hat das Bürgerbegehren, welches von den Freien Wählern initiiert wurde, für zulässig erklärt. Somit werden wohl Anfang 2013 wieder Unterschriften gegen Studiengebühren gesammelt und wenn innerhalb von 14 Tagen genug zusammenkommen, dann muss es zu einer Volksabstimmung kommen. Ich bin seht gespannt, wie sehr das Thema dann hier wieder auf der Tagesordnung steht, wie intensiv die Diskussionen werden und wie groß die Proteste. Ich fürchte, es wird hier allerdings nicht so sein, wie es während des Bildungsstreiks in Gießen war. Ich kann nicht sagen warum, aber irgendwie ist hier die Stimmung in der Tat anders. Vielleicht weil die Studentenquote hier insgesamt bei weitem nicht so hoch ist, vielleicht weil das Leben hier ohnehin so teuer ist, dass es auf die 500 Euro im Semester auch nicht mehr ankommt, vielleicht weil hier Geld oft nicht das Problem ist oder vielleicht weil sich viele einfach schon daran gewöhnt haben. Auf jeden Fall wird es eine ganz enge Sache und ich bin schon sehr neugierig, wie sich das alles weiter entwickelt.
Meiner Meinung nach wird es Zeit, dass auch in Bayern und Niedersachsen die Studiengebühren verschwinden. Zwar gibt es dazu keine eindeutigen Belege, aber ich vermute doch, dass Studiengebühren gerade junge Menschen aus bildungsferneren Schichten und mit finanziell schwächerem Elternhaus vom Studium abhalten. Und gerade diesen Menschen müssen Aufstiegschancen gegeben und für sie Möglichkeiten geschaffen werden, ihr Potential wirklich voll auszunutzen. Dies brauchen wir hier, vor allem wo doch so viele Firmen von Fachkräftemangel usw. sprechen. Also weg mit den Studiengebühren und stattdessen bitte eine angemessene Finanzierung von Bund und Land – Investitionen in Bildung bringen schließlich immer noch am meisten Zinsen!

Semesterrück- und Semesterausblick

So, nächste Woche startet mein zweites volles Semester als Mitarbeiter an der LMU München. Das heißt, dass dann wieder der regelmäßige Alltag aus Veranstaltungen, Besprechungen und Vorbereitungen beginnt. Doch bedeutet das auch gleichzeitig, dass ich nun auf mein erstes abgeschlossenes Semester zurückblicken kann, was natürlich besonders interessant und hoffentlich lehrreich ist.
Wie immer liefen einige Dinge gut, andere Dinge weniger gut. Aber ich denke doch, dass bei den meisten Teilnehmern ein bisschen was angekommen ist und zumindest ein kleiner Grundstein in der Experimentierkompetenz gelegt ist. Richtig wachsen wird dieser eh erst, wenn man täglich dazu gezwungen ist selbst Experimente aufzubauen und zu präsentieren, da mache ich mir keine Illusionen. Auch was die Begeisterung und die Motivation angeht, bin ich Realist: Manche waren motiviert und engagiert, manche immer eher froh, wenn es vorbei war und sie nach Hause gehen konnten. Aber das war in meinem eigenen Studium ja auch so. Sehr schade war, dass der eigentliche Höhepunkt des Semesters, der Kontakt mit echten Schülern aufgrund der plötzlichen Krankheit einer Lehrkraft ausfallen musste. Mich hätte wirklich interessiert, wie sich die Studierenden im direkten Kontakt geschlagen hätten und es wäre sicher auch sehr lehrreich gewesen. Aber leider nicht zu ändern, hoffentlich klappt das dann dieses Semester. Kurzum, es war insgesamt glaube ich ein solides Semester. Was davon bleiben wird sind auf jeden Fall die Aufgaben, ein paar Seminarthemen sowie die Grundstruktur von Vorbereitung und Präsentation. Was sich ändern wird ist der Umgang mit Literatur, die Kommunikation miteinander und die Dokumentation der Experimente. Mal sehen, wie sich diese Veränderungen und die Erfahrungen aus dem letzten Semester so auswirken.
Zu meinen ersten Klausuren, an deren Konzeption und Bewertung ich beteiligt war, muss ich sagen, dass es echt nicht einfach ist gut Klausuren zu stellen. Aber ich bin mit den beiden Klausuren, die wir haben schreiben lassen zufrieden. Sie waren bunt gemischt durch die Themenfelder, sie waren beide ähnlich schwer, die Ergebnisse waren bei beiden gleich gut oder gleich schlecht, je nach Sichtweise und am Ende wird sich keiner darüber beschweren können.
So und jetzt freue ich mich auf eine neues Semester, auf neue, interessierte Studenten und auf viele neue Erfahrungen…

Abwechslung von der Arbeit

Zwischen der aktuell doch sehr vielen Arbeit, zwischen Experimententwicklung, Vorbereitung der GDCP-Tagung, Organisation und Planung einer Lehrerfortbildung einschließlich diverser Workshops, neben viel Organiosatorischem wie dem Bezug eines neuen Raumes, den damit verbundenen Umräumaktionen und dem Einrichten eines kompletten neuen Satzes Arbeitsplatzrechner, muss man sich manchmal trotzdem die Zeit nehmen um mal gemeinsam etwas anderes zu machen als im Büro zu arbeiten. Und so haben wir am vergangenen Mittwoch das wunderschöne Sommerwetter zu einem kleinen Ausflug in die Alpen genutzt. Die Tages-Bergour führte uns vom Parkplatz durch eine Klamm mit tollem Wasserfall, über die Tegernseer Hütte auf den Roßstein und anschließend eine Runde rund um den Gipfel des Roßsteines und schließlich wieder über einen einsamen Pfad ins Tal. Vom Gipfel konnte man dabei neben unzähligen Berggipfeln auch den Tegernsee, den Achensee und sogar den Starnberger See erblicken. Hier ein kleiner Eindruck des Ausblicks vom Roßstein:

Sport, Sport, Sport

So, neben meiner ganzen Arbeit, die inzwischen aber wirklich eine Zielrichtung bekommen hat, ist mein Leben gerade voll mit Sport. Ich lerne jetzt zum einen Softball spielen, eine Variante von Baseball (und der Ball ist gar nicht weich, sondern verdammt hart). Fangen funktioniert schon echt gut, werfen stellt mich auch nicht wirklich vor große Probleme, aber das Schlagen bzw. Treffen des Balles ist dann doch einer Herausforderung. So ein Tennisschläger ist einfach größer 😉 Aber es wird schon und bekanntlich macht ja Übung erst den Meister.
Dann lerne ich aktuell auch noch Klettern und dabei auch ganz viele neue Begriffe wie Toprope, HMS, Vorstieg, Tube usw. Echt spannend und lehrreich. Und ganz ehrlich, am Anfang ist es echt ein komisches Gefühl sich oben einfach von der Wand zu lösen und sich nach hinten ins Seil fallen zu lassen. Kostet ziemlich Überwindung und man muss in die Technik und seinen Kletterpartner vertrauen haben. Aber echt spannend und ich bin neugierig was die Woche und vor allem das Wochenende noch so bringt – dann geht es nämlich wirklich raus an den Felsen und nicht nur in eine Halle.
Und dann werde ich später in diesem Semester auch noch Schnorcheln lernen und eine Einführung ins Gerätetauchen machen. Auch darauf bin ich total gespannt und neugierig. Die Unterwasserwelt ist ja dann doch nochmal was ganz anderes und das Bewegen dort auch völlig anders wie in der Höhe des Klettern. Mal schauen, was mir mehr liegt und was mir mehr Spaß macht.
Ich werde auch jeden Fall berichten und hoffe bis dahin, das meine Muskeln nicht zu sehr leiden unter dem vollen Programm 😉