AutorStefan

Mal wieder etwas Programmieren

Im normalen Schulalltag bleibt oft nicht gerade viel Zeit meine eigene Lernumgebung trotz der großen Nutzerzahlen Elektronenbahnen weiter zu entwickeln, Inhalte zu überarbeiten oder neue Dinge zu programmieren. Um so schöner war es, dass sich in der letzten Zeit gleich zweimal die Möglichkeit geboten hat, Inhalte aus dem Netz für meine Seite zu adaptieren und zu optimieren. So findet sich dort seit einigen Wochen schon eine Simulation eines Bainbridge-Massenspektrometers. Dieses hat in der Basisversion ein Referendar für eine Lehrprobe mit React programmiert und ich habe es für meine Bedürfnisse angepasst, adaptiert, verändert und optimiert. Das schöne dabei: Ich habe zumindest ein klein bisschen einen Einblick in die Programmierung mit React bekommen und sicher selbst viel neues gelernt. Und gleichzeitig bekommen jetzt die ganzen mathematischen Berechnungen für die Nutzer der Seite eine passende grafische Veranschaulichung. Dazu gibt es übrigens auch eine kontextorientierte Aufgabe zur Dopingprobe, die mithilfe der Simulation zu lösen ist. Definitiv eine Bereicherung für die Lernumgebung und auch auf LEIFIphysik zu finden.

Seit kurzem ist dazu auch noch eine Simulation eines Zyklotrons verfügbar, welches auf der Programmierung von Thomas Kippenberger basiert. Hier wiederum musste ich mich in die Programmierung bzw. Arbeit mit Vue3 einfinden, was ich zuvor auch noch nicht gemacht habe. Das war gleichzeitig ein sehr guter Anlass, um die ganze Programmierung meiner Lernumgebung mal von einem alten Dreamweaver zum aktuellen Visual Studio umzuziehen inklusiver Versionsverwaltung auf github. So bringt die Entwicklung von neuen Inhalten auch die technische Basis der vorhandenen Inhalte wieder ein Stück weiter in die Zukunft. Für mich sind also Inhalte bzw. der Wunsch, neue Inhalte gut nutzen zu können, der Antrieb für die technische Weiterentwicklung meiner Lernumgebung.

Ich hätte übrigens auch noch ganz viele weitere Ideen für Inhalte, Übungen und Aufgaben, die ich gerne umsetzen und in mein Angebot integrieren würde, aber mir fehlt aktuell ganz schlicht und einfach die Zeit. Die Webseite ist eben aktuell einfach nur ein Hobby, das neben der Zeit auch noch Geld für Hosting kostet. Aber naja, da gibt es vermutlich schrägere und kostspieligere Hobbies 😉

MNU-Bundeskongress 2021

Heute habe ich nach längerer Auszeit (unter anderem durch den Ausfall einiger Präsenzfortbildungen im letzten Jahr) mal wieder einen Vortrag bzw. sogar 1 1/2 Vorträge auf einer Tagung/Lehrerfortbildung gehalten, nämlich auf dem MNU-Bundeskongress, der eigentlich in Berlin hätte stattfinden sollen, diesmal aber natürlich rein digital stattgefunden hat. Und ich musste feststellen, dass ich das evtl. wieder etwas regelmäßiger tun sollte. Warum? Weil ich glaube, dass ich nicht nur einige Ideen zur Arbeit mit meiner eigenen Lernumgebung zu Elektronenbahnen und zu der Arbeit mit LEIFIphysik.de an Kollegen weitergeben konnte, sondern auch weil ich dabei selbst neue Ideen, neue Hinweise und Input bekommen habe, wie das Angebot noch besser werden könnte. Ich weiß zwar noch nicht, wann ich Zeit finde die Anregungen aufzunehmen, aber das findet sich schon.
Auch wurde mir in beiden Vorträgen bewusst, wie langsam sich „neue“ Angebote in Lehrerkreisen rumsprechen, sodass man einfach immer wieder auf Angebote und Möglichkeiten aktiv hinweisen muss. Dass soll keine Kritik an den Lehrkräften sein, sondern ist einfach dem System geschuldet, in dem Fortbildungszeit begrenzt ist und im Alltag wenig Zeit bleibt, um links und rechts einen Überblick in allen Themenfeldern zu behalten. Um so mehr werde ich versuchen verschiedene Dinge wieder des Öfteren zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen. Vielleicht schaffe ich es dann ja irgendwann auch mal einen vertiefenden Workshop zu gestalten, der sich nicht nur auf die Inhalte meiner Lernumgebung fokussiert, sondern der sich eher um kreative Ideen beim Einsatz konzentriert. Hierüber kann man sich sicher mit Kolleg sehr gut austauschen, sodass am Ende alle neue Ideen zum Ausprobieren mitnehmen. Im Vortrag heute hatte ich dazu leider zu wenig Zeit und ein Vortrag ist eigentlich auch nicht die richtige Form dafür.
Weiter habe ich natürlich auch verschiedenen Beiträgen gelauscht, die alle echt interessant und spannend waren. So habe ich zum einen interessante Ideen und Konzepte zur Förderung digitaler Kompetenzen von Lehramtsstudierenden gehört, zum anderen auch fächerübergreifende Ideen aus der Bionik für den Unterricht.
Fazit: Ich muss auch noch mehr Zeit für Vorträge und Fortbildungen finden 🙂

Die Folien zu meinem eigenen Vortrag gibt es hier:

Mein gutes Jahr 2020 in Zahlen

Jahr 2020Um keinen zu langen Text über mein vollgepacktes, dichtes, aber sehr positives Jahr 2020 zu schreiben, versuche ich mal das Jahr in Zahlen zu fassen:

  • 1x unvergessliche Hochzeit mit Kirche, Standesamt und großer Feier umgeben von vielen guten Freunden
  • 1x Abschluss des Referendariats mit dem 2. Staatsexamens und sehr erfreulichem Notenschnitt
  • 170.000 Nutzer auf meiner Lernumgebung zur Elektronenbahnen mit einer durchschnittlichen Sitzungsdauer von über 5 Minuten und insgesamt 1,25 Millionen Seitenaufrufen
  • 1x erfolgreicher Umzug des Servers und Umstellung der Aufgaben auf H5P
  • 18 neue Videos zu Physikexperimenten auf YouTube gestellt
  • 375.000 Video-Klicks, über 10.000 Minuten Wiedergabezeit und 750 neue Abonnenten (am beliebtesten: Oersted-Versuch mit 40.000 Klicks)
  • 1x Planstelle bekommen und damit Rückkehr zu einem Gehalt wie vor dem Referendariat
  • 7 Klassen mit sehr vielen angenehmen, freundlichen und guten Schüler*innen bekommen
  • 1 großes neues LEIFI-Feature (Sammlungen) mitgestaltet, durchgetestet und Unterrichtserfahrung damit gesammelt
  • ca. 18 Drehbücher gegengelesen, korrigiert und diskutiert und die Artikel rund um das Grundwissen Optik dazu angepasst
  • ungezählte neue Physik-Bilder erstellt, beschriftet und hochgeladen
  • ungezählte Texte neu erstellt, überarbeitet, umsortiert und eingebaut
  • 600 € für Zugtickets, 300 € für Mietwagen und 0 € für Flugreisen ausgegeben

Ganz ehrlich: Für mich persönlich war 2020 privat und beruflich ziemlich gut und ich bin gespannt, wie die Reise in 2021 weitergeht…

Vom Umgang mit den eigenen Experimentiervideos

Ich erstelle ja von Zeit zu Zeit immer mal wieder Videos von Experimenten aus dem Physikunterricht (ich bezeichne die Videos ungern mit den aktuell so beleibten Begriffen Lern- oder Erklärvideo, denn meine Videos erfüllen die Erwartungen, die daran eigentlich geknüpft sein müssen, nur teilweise). Ich mache das in meiner Freizeit als Privatvergnügen, werde dafür nicht bezahlt und verdiene damit keinerlei Geld. Ich mache es, wenn es gerade passt, ich Lust darauf und ein geeignetes Experiment im Kopf habe. Klar, oft steht das irgendwie in Verbindung mit LEIFIphysik, entweder weil ich da gerade ein Artikel überarbeite, einen Versuch aktualisiere und einfach nur was neu hinzufüge. Aber manchmal brauche ich einfach ein Video für meinen Unterricht oder will einfach ein Experiment ausprobieren, weil ich es noch nicht selbst durchgeführt habe. Also warum nicht direkt auch Filmen und in etwas Kontext einbetten?
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Die ersten Wochen als Klassenlehrer

Zu den Tätigkeiten, die man als fertiger Lehrer als aller erstes lernen muss, zählt definitiv der Job als Klassenlehrer. Im Referendariat unterrichtet man zwar bis zu 17 Stunden, aber ist von einigen administrativen Dingen befreit und damit u.a. auch vom Dasein als Klassenlehrer. Macht natürlich auch total Sinn, weil man während dem Ref genug andere Baustellen hat. Das macht es aber anschließend um so spannender! Und ich muss mal wieder sagen, dass ich es definitiv gut getroffen habe, weil alles gut organisiert ist, die Kommunikationswege sind kurz und oft sehr schnell und dazu ist man ja nicht alleine, sondern hat noch eine zweite Klassenleitung, die mich gerade am Anfang dankenswerterweise super unterstützt hat und immer ein offenes Ohr für meine Fragen hatte.
Zu den Vorteilen des Prinzips der Einzelstunden gehört dann aus Klassenlehrersicht, dass ich meine Klasse wirklich jeden Tag in der Woche sehe. Ich fühle mich also sehr nahe dran am Geschehen und kann viele Dinge gut im Auge behalten. Ich habe einen guten Überblick über Fehlzeiten, bekomme Konflikte meist relativ schnell mit und merke aber auch, wenn die Lerngruppe irgendwie gestresst oder mit Corona und den Folgen daraus beschäftigt ist. Leider ist man aktuell sehr eingeschränkt, was wechselnde Sitzordnungen, Gruppen- und Teamarbeiten usw. angeht, sodass das Gruppenfeeling manchmal noch etwas kurz kommt, aber trotzdem kenne ich meine Schüler inzwischen schon ganz gut und meine Schüler kennen mich ganz gut, sodass sie auch wissen, was sie im Unterricht bei mir erwartet. Das bedeutet auch, dass ich inzwischen keine unlösbaren Probleme und Herausforderungen mehr sehe, wenn wir mal wieder in eine Phase mit geteilten Klassen kommen. Das war im vergangenen Frühjahr anders, da ich da gerade meine Klassen neu bekommen hatte und nach zwei bis vier gemeinsamen Unterrichtsstunden hat man noch keine gemeinsame soziale Basis auf der man gut und motiviert ins Distanzlernen starten kann. Dies ist jetzt definitiv anders.
Den ersten Klassenelternabend als Klassenlehrer habe ich auch gut überstanden – und das direkt in Hybridform. Lief gut, war spannend und ich hoffe, ich habe die Eltern nicht mit zu vielen Infos überfahren. Aber ich denke, dass passt schon, auch wenn ich im Nachhinein ein paar Dinge verändern würde – aber mit der Hybrid-Version gab es eben noch keinerlei Erfahrungen im Haus. Insgesamt erscheint mir die Arbeit mit den Eltern grundsätzlich sehr positiv und konstruktiv zu sein. Ich hoffe das bleibt so, auch wenn irgendwann mal ein paar Probleme auftauchen und es gilt gemeinsam Herausforderungen anzugehen.
Weiter ist aktuell natürlich noch völlig offen und unklar, ob es denn Ende des Schuljahres eine Klassenfahrt gibt, wie es das Fahrtenkonzept eigentlich vorsieht. Auch hier lasse ich mich einfach mal überraschen und falls sie stattfindet, dann bin ich tierisch gespannt.
Auf jeden Fall macht mir auch der Job als Klassenlehrer bisher Spaß. Klar es ist Arbeit und Papierkram, aber die intensive Arbeit mit der Klasse taugt mir!