Nachdem die schulfreien Tage um Allerheiligen viel zu schnell vorbei waren, ging es dann endlich los mit dem regulären eigenen Unterricht – bei mir eine 8. Klasse in Physik und eine Q11 in Mathe. Vor der ersten Stunde in der neuen Klasse ist man natürlich schon etwas aufgeregt. Entsprechend intensiv war natürlich auch die Vorbereitung und ich wusste in beiden Stunden sehr genau, was ich tun wollte und wie ich es tun wollte. In der 8. Klasse war es eine Übungsstunde zur Energieumwandlung, da in der Folgestunde eine Kurzarbeit anstand. Lief ganz gut, die Schüler waren freundlich und lebhaft, aber an den wesentlichen Stellen dann doch auch sehr konzentriert. Einzig mit den Namen habe ich hier noch Probleme und weiß noch nicht, wie ich das in den Griff bekomme. Zweimal eine Stunde und das in unterschiedlichen Räumen mit unterschiedlicher Sitzordnung und dazu noch jeweils eine Stunde Übung je mit der Hälfte der Klasse im Übungsraum – das erleichtert das Namenlernen nicht unbedingt. Wie die Kurzarbeit dann war, kann ich noch nicht genau sagen, die muss ich noch zu Ende korrigieren. In jedem Fall war ich etwas überrascht, da eine Aufgabe, die ich als schwer empfunden habe, ziemlich gut gelöst wurde, eine andere, die ich als leicht angesehen hätte, dafür aber den Schülern eher schwer viel.
Auf die Q11 war ich ganz besonders gespannt, da ich diese Klasse vorher lediglich einmal gesehen hatte und ich hier auch sicher meinen ersten Unterrichtsbesuch haben werde.
Am Anfang direkt darauf hingewiesen, dass ich gerne mit Mebis arbeiten will. Die Reaktionen darauf waren verhalten und auf die Frage, ob schon mal jemand mit Mebis gearbeitet hat, kamen auch nur eins, zwei sehr zögerliche Meldungen. Etwas naiv dachte ich: naja, wird schon werden. Wurde aber natürlich (noch) nicht. Mehr dazu aber in einem eigenen Beitrag rund um die Technik. In der Doppelstunde habe ich dann erstmal erläutert, wie ich Noten machen werde. Dazu wurden auch einige Rückfragen gestellt, was ich super gut und wichtig fand, denn der Prozess der Notengebung soll in jedem Fall transparent sein. Dann habe ich inhaltlich natürlich direkt was Neues eingeführt – die Stammfunktion F zu einer Funktion f. Hat gut funktioniert und lief so ziemlich wie geplant. Die Gruppe ist auch sehr aktiv, offen und gesprächsbereit. Ich hoffe ich komme bei ihnen auch so offen rüber und schaffe es, ein vertrauensvolles Lernklima hinzubekommen. In dem Kurs muss ich namenstechnisch auch nur an die korrekte Aussprache trainieren, die Sitzordnung ist klar. Dafür sind die räumlichen Gegebenheiten extrem schwierig: Ein Containerraum mit lediglich einem schmalen Whiteboard. Dazu der Epson-Beamer mittig auf dem Whiteboard montiert, sodass man links und rechts nicht wirklich viel Platz hat, um ergänzend zum Beamerbild etwas zu schreiben. Und auch noch das Problem, dass die Deckenhöhe so gering ist, dass man, selbst wenn das Whiteboard ganz oben ist, schon in der dritten Reihe die untere Hälfte des Boards nur bedingt erkennen kann. Aber naja, man muss mit dem Arbeiten, was man hat, die Schüler kennen das Problem und arbeiten gut gemeinsam daran und geben die Infos im zweifel auch einfach mündlich nach hinten weiter.
Auch die zweite Doppelstunde, die dann zur Ableitungsregel von x^n, lief gefühlt gut, war aber bisher auch noch relativ unspektakulär. Kurz: Methodisch muss ich hier noch ein bisschen abwechslungsreicher werden, die Lerner noch mehr machen lassen und ihnen konkret Aufträge geben sich gegenseitig zu unterstützen. Zunächst werde ich das wohl mal in Übungsphasen versuchen und etwas dem Ansatz Lernen durch Lehren folgen. Mal schauen wie das ankommt und wie gut es in dem eng getakteten Zeitplan der Oberstufe dabei voran geht. Ich bin gespannt und freue mich auf jeden Fall auf das weitere Arbeiten mit dem Kurs 🙂